Quartiersarbeit

Chronik der Quartiers- und Gemeinwesenarbeit in Brühl-Beurbarung (BB)

 

Entstehungsgeschichte der Quartiersarbeit in BB:

In einem Kooperationsprojekt „Netzwerk jugendliche MigrantInnen“ (NEJUMI“) des Caritasverbandes Freiburg-Stadt e.V. und dem Jugendtreff Brühl-Beurbarung vom Oktober 1998 bis Dezember 1999 wurden über den Aufbau eines Gruppenangebotes für (hauptsächlich) ausländische Jugendliche zur beruflichen Orientierung weitere Ziele verfolgt, u.a. auch die Vernetzung mit anderen migrationsspezifischen Einrichtungen und die Vernetzung im Stadtteil allgemein.

Diese gemeinsame Arbeit machte die Notwendigkeit deutlich, über regelmäßige Treffen z.B. einer Stadtteilrunde einen stadtteilspezifischen Blick zu entwickeln, Angebote - vor allem im Kinder- und Jugendbereich - im Stadtteil abzustimmen, und zukunftsweisende Planungen zu besprechen.

Eine erste Stadtteilrunde im November 1999 führte unterschiedliche Einrichtungen und Institutionen und deren VertreterInnen zusammen, um in einer Art Zukunftswerkstatt erste Erfahrungen und Wahrnehmungen im Bezug „Stadtteil Brühl-Beurbarung“ zu sammeln.

Daraus ging eine Lenkungsgruppe (Mitglieder: Jugendtreff Brühl-Beurbarung, Caritasverband Freiburg-Stadt/Fachdienst Migration und Bürgerverein) und Unter-Arbeitsgruppen zu „Kinder und Jugendliche im Stadtteil“ und „SeniorInnen“ mit regelmäßigen Sitzungen hervor.

Eine Stadtteilanalyse des Instituts für Sozialforschung (IAF) der KFH im Jahre 2000 unterstützte die Überlegungen für eine Stadtteil- und Quartiersarbeit.

Durch mehrere Aktionen (u.a. „Gesicht zeigen“ 2001, Lichter- und Friedensaktion 2001, Begleitfeierlichkeit zum Weihnachtsbaumaufbau, internationaler Tanzkurs für SeniorInnen, Sport- und Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche 2001, Sommerferienprogramm für Kinder und Jugendliche 2002 …) konnten über Jahre punktuell gemeinsamkeitsstiftende zentrale Veranstaltungen durchgeführt werden (s.auch u.a. „Für eine offene Stadt – Freiburg i.Br. – engagiert für Toleranz und Demokratie“, Dokumentation 2000-2002).

 

Notwendigkeit von Quartiersarbeit im Stadtteil Brühl-Beurbarung

Alle bisherige Arbeit (sei es in der Lenkungsgruppe, in den einzelnen AG’s, in der Stadtteilrunde, bei den Aktionen etc.) wurde im Rahmen der entstandenen Netzwerke und Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen geleistet.

Aufgrund der genannten Situation im Stadtteil, der bisherigen positiven Zusammenarbeit und der Wahrnehmung von Alltagsproblematiken kam die Idee auf, dass im Stadtteil über eine verankerte Quartiersarbeit Partizipation, BewohnerInnenbeteiligung, Integration, Kooperation, soziales und kulturelles Engagement besser umsetzbar ist und ausbaufähig wäre.

Deshalb war eine Quartiersarbeitsstelle für den Stadtteil Brühl-Beurbarung, die in Anlehnung an die bisherige Kooperation in der Lenkungsgruppe (Bürgerverein, Fachdienst Migration, Jugendtreff) als kompetente Ansprechpartner für den Stadtteil Aufgaben der Koordination, Vernetzung, ... übernimmt, sehr gewünscht.

Um die Stadtteilarbeit zu verbessern und Zugangsmöglichkeiten zu schaffen, war eine Zurverfügungstellung von geeigneten zentralen Räumen durch die Stadt (oder andere Institutionen, z.B. Stadtbau) unumgänglich.

Im Jahre 2008 schließlich ermöglichte der Leerstand eines Restaurants direkt am Tennenbacher Platz erfolgreiche Verhandlungen der Lenkungsgruppe mit dem Mieter AWO über eine Nutzung im Sinne von Quartiersarbeit und Stadtteiltreffpunkt, sodaß im Sommer 2008 die Eröffnung gefeiert werden konnte! Als Träger fungierte der Trägerverein Jugendtreff Brühl-Beurbarung e.V.. Auch eine erste finanzielle Unterstützung (€ 5.000,00) durch die Stadt und Spendengelder ermöglichte die mobiliare Erstausstattung und Anstellung einer Stadtteiltreff-Mitarbeiterin auf 450,00 €-Basis. Außerdem arbeitete eine Quartiersmanagerin der Stadt mit 1/4-Stelle in Kooperation mit der Lenkungsgruppe an der Konzeption einer Quartiersarbeit in BB.

Über die Jahre (2008-2013) wurde von Seiten der Lenkungsgruppe eine Mischung versucht: einerseits sollten Gruppen engagierter Ehrenamtlicher (u.a. aus dem Stadtteil) die Möglichkeit erhalten, die Räume des STT selbstverantwortet zu nutzen; andererseits wollte man z.B. über eine eigene wöchentliche Veranstaltungsreihe (in 2009/2010) Impulse setzen. Dieses Ansinnen konnte mangels Arbeitszeitressourcen (max. 10 Wochenstunden) und hohem Vorbereitungsaufwand nicht dauerhaft weiterverfolgt werden!

Auch über regelmäßige Angebote (Kinderkino, Sprechzeiten, …) beabsichtigte der STT und die Quartiersarbeit, in den Stadtteil kulturell und solidarisch hineinzuwirken.

Erst mit der Genehmigung des Zuschussantrags des Trägervereins für den Doppelhaushalt 2013/2014 auf ein Budget für eine halbe Stelle ermöglichte es, grundsätzlich und verstärkt in Quartiers- und Gemeinwesenarbeit zu investieren. Durch diese Erhöhung der Ressourcen wurden etliche Initiativen angestossen und begleitet.